Behälter für radioaktive Stoffe

TES-Logo Sie befinden sich hier: TeS-Home > Behälter für radioaktiver Stoffe > Gusscontainer für nicht wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle

Gusscontainer für nicht wärmeentwickelnde radioaktive Abfälle

Versuche mit Gusscontainern Typ VI

Für radioaktive Abfälle, die keine Wärme entwickeln, wurde der Gusscontainer Typ VI konstruiert. Es handelt sich um einen Behälter aus Sphäroguss GGG 40 des Herstellers GNS. Als GGG 40 bezeichnet man Gusseisen mit Kugelgraphit, das stahlähnliche Zähigkeitseigenschaften besitzt.


Gusscontainer Typ VI

Der Gusscontainer wirkt mit seinen Maßen 2 x 1,7 x 1,6 Metern wie ein leicht in die Höhe gezogener Würfel. Seine Wände sind 15 Zentimeter dick, er wiegt leer 18,4 Tonnen. Der kreisrunde Deckel wird mit dem Behälterkörper verschraubt und mit einem Elastomerdichtring abgedichtet.

Die BAM führte zahlreiche Tests mit Gusscontainern vom Typ VI durch: Seti 1991 fanden Hebe- und Stapeldruck-Prüfungen sowie Fallversuche statt. Diese wurden 1995 durch Tests ergänzt, bei denen der Prüfling im Vorfeld auf -20 Grad Celsius abgekühlt wurde, um die Sprödigkeit des Materials zu steigern. Zusätzlich wurden dem Behälter fünf künstliche, rissartige Fehler zugefügt, bevor er fünf Meter tief auf ein Fundament fiel, das dem geplanten Endlager „Konrad“ entspricht. Den Sturz überstand der Behälter, ohne undicht zu werden.

Den Fallversuchen folgte ein Brandversuch auf dem Brandprüfstand in Lehre. Um einen vollen Behälter zu simulieren, wurde der Gusscontainer mit Kugelharz, so genanntem Ionenaustauscherharz, befüllt. Den Behälter setzte die BAM dann einem einstündigen Feuer aus, um die Druckentwicklung zu messen und eventuelle Leckagen aufzuspüren. Die Oberfläche der Innenwand erhitzte sich im Laufe des Versuchs auf fast 400 Grad Celsius. Die Leckagerate blieb dabei deutlich kleiner als der zulässige Höchstwert.

 

Letzte Aktualisierung: 2005-01-26