Behälter für radioaktive Stoffe

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ESBB

Das Kürzel ESBB steht für Einzel-SNR-Brennelement-Behälter. Der ESBB soll jeweils ein unbestrahltes SNR-Brennelement des nicht in Betrieb gegangenen Schnellen Brüters in Kalkar aufnehmen. Dieses besteht aus einem Edelstahl-Hüllrohr, in dem der radioaktive Inhalt aus gesinterten Pellets eingeschlossen ist.


ESBB-Behälter im Fallturm

Der Behälter selbst besteht im wesentlichen aus einem vier Meter langen nahtlosen Stahlrohr von knapp 16 Zentimetern Durchmesser. Der erste Prototyp besaß einen eingeschweißten Boden und einen eingeschraubten Verschluss-Stopfen. Dieser Stopfen ließ sich mit Hilfe einer Spindel ausweiten. Indem sich der Deckel von innen an das Rohr anpresste, wurde dieses dicht verschlossen. In den insgesamt sechs Fall- und einem Brandversuch, die wir im Jahr 1997 durchführten, erwies sich die Konstruktion aber als ungeeignet. Schon im ersten Fallversuch wurde der Deckel durch Verformungen des Behältermantels undicht. Die radial verpresste Metalldichtung erwies sich als ungeeignet.

Der Hersteller nahm daraufhin konstruktive Veränderungen am ESBB vor. Der Verschlußstopfen wurde mit dem Behälter verschweißt. Die Metalldichtung wurde durch eine Dichtschweißnaht ersetzt.

Mit zwei modifizierten Prototypen führten wir im Jahr 1998 ebenfalls sechs Fallversuche durch. Viermal stürzten die Behälter aus neun Metern Höhe auf ein unnachgiebiges Fundament, zweimal aus einem Meter Höhe auf einen Dorn. Beim Schräg- und Horizontalfall wurden sie teilweise deutlich verformt: Beim Fall aus neun Metern Höhe mit einer um 20 Grad geneigten Längsachse bog der Behälter um 30 Millimeter durch. Die Schweißnaht blieb allerdings unbeschädigt, wie Helium-Dichtheitsmessungen ergaben. Der ESBB-Behälter ist damit als unfallsicher anzusehen.

Letzte Aktualisierung: 2005-01-17