Behälter für radioaktive Stoffe

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CONSTOR und weitere Transportbehälter


Der CONSTOR beim Aufprall im Fallprüfstand.

Der CONSTOR (eine Abkürzung für CONcrete STORage Cask) soll nach den Vorstellungen des Herstellers GNS eine Alternative zur Verwendung von CASTOR-Behältern im Ausland darstellen. Der CONSTOR besteht aus einem inneren und einem äußeren Stahlmantel, der Zwischenraum ist mit Schwerbeton gefüllt. Der Behälter soll wahlweise 32 Brennelemente aus Druckwasser- oder 69 Brennelemente aus Siedewasserreaktoren aufnehmen können.

Der Behälter ist mit Stoßdämpfern fast 7,50 m lang und hat einen Durchmesser von 3,50 m. Weil er 181 Tonnen wiegt, konnte er bisher nirgendwo realen Falltests unterzogen werden. Dies wurde erst durch die 2004 errichtete Fallversuchsanlage der BAM möglich. Im September 2004 prüfte die BAM das Modell CONSTOR V/TC in einem Horizontalfall aus neun Meter Höhe erfolgreich auf seine Dichtheit. (wmv-Video des Fallversuchs, 4 MB)

Die BAM nutzte die Messungen auch dazu, real auftretende Beanspruchungen mit Computersimulationen zu vergleichen. Die gesammelten Daten helfen, Berechnungen nach der Finite-Elemente-Methode (FEM) zu perfektionieren.


MSF-69BG im Fallprüfstand

Fallversuche mit dem MSF-69BG

Eine umfangreiche Versuchsserie wurde in der BAM im Herbst 2004 mit dem 127 Tonnen schweren Behälter MSF-69BG des japanischen Herstellers Mitsubishi Heavy Industries Ltd. (MHI) durchgeführt. Er ist einschließlich der Stoßdämpfer 6,90 m lang und hat einen Durchmesser von 3,10 m. Auch dieser Behälter soll einmal abgebrannte Brennstäbe aus Kernkraftwerken aufnehmen. Um seine Dichtheit zu überprüfen, wurde der MSF-69BG schräg aus neun Meter Höhe abgeworfen.

Tests außerhalb der BAM

Die Sicherheit von CASTOREN und verwandten Behältern wurde international immer wieder überprüft. Die Ergebnisse bestätigen insgesamt die Erkenntnisse der BAM.
Hier einige Beispiele:

Die US-amerikanischen Sandia National Laboratories untersuchten Transportbehälter für Brennelemente in Hochgeschwindigkeits-Crashtests. Dabei wurde der Prüfling mit 97 km/h und 135 km/h auf eine massive Betonwand gefahren. Der Behälter zeigte keine schwerwiegenden Schäden. Er überstand auch den senkrechten Zusammenprall mit einer 131 km/h schnellen Diesel-Lokomotive und die ebenso schnelle Fahrt per Eisenbahnwaggon an eine Betonwand.

Ohne Schäden überstand 1992 auch ein tiefkalter MOSAIK-Behälter den Fall aus 9 und 18 Metern Höhe, obwohl man ihn mit einem rissartigen Fehler versehen hatte. Einen MOSAIK-Behälter ließ die Firma GNS ein Jahr später aus 800 Metern Höhe auf eine Betonpiste stürzen.


Criepi Test Centre

Auf dem japanischen CRIEPI Test Centre wurde einem dem deutschen CASTOR V sehr ähnlichen Behälter ebenfalls ein großer Riss beigefügt. Das schadhafte Prüfstück kühlte man dann auf –40 Grad Celsius ab, um seine Sprödigkeit zu erhöhen. Beim Fall auf ein unnachgiebiges Fundament weitete sich der Riss nicht aus, der Behälter blieb dicht.

In England wurde das Magnox-Transportbehältersystem einem Crash-Test unterzogen. Eine auf 160 km/h beschleunigte Diesel-Lokomotive mit drei Waggons prallte auf einen liegenden Magnox-Behälter. Zum Vergleich: Wie Messungen zeigten, wirkte eine geringere Stoßkraft als beim 9-Meter-Fallversuch auf das unnachgiebige Fundament.

 

Letzte Aktualisierung: 2009-11-13